Sensibilisierungskampagne

Psychische Erkrankungen sind häufig

Die Kampagne berücksichtigt die Tatsache, dass psychische Erkrankungen, genau wie körperliche Krankheiten, leider zum Leben gehören und alle treffen können. Jeder zweite Mensch in der Schweiz leidet im Laufe seines Lebens einmal an einer psychischen Krankheit. Nahezu jede Person macht daher in der Familie, im Arbeits- oder Freizeitumfeld direkte Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen. Es gibt eine grosse Anzahl verschiedener Krankheitsbilder mit jeweils ganz unterschiedlicher Ausprägung beim einzelnen Menschen. Auf keinen Fall kann man daher psychische Erkrankungen „in einen Topf werfen“ und es ist wichtig, über psychische Erkrankungen zu informieren.
 

Psychische Krankheiten werden oft verschwiegen

Über psychische Erkrankungen gibt es viele Vorurteile. Zum Beispiel, dass die Erkrankten selber schuld seien und die Krankheit eine persönliche Schwäche sei. Oder dass die Betroffenen aus Faulheit simulierten. Auch die Meinung, dass man sich psychischer Krankheiten schämen muss, ist daher noch verbreitet. Diese Vorurteile werden Stigmatisierung genannt und haben verschiedene negative Folgen: Die Betroffenen und auch ihre Angehörigen ziehen sich zurück, verstecken und verschweigen die Krankheit. Das macht einsam und kann teilweise die Krankheit noch verstärken. Auch führen die Klischees und Vorteile dazu, dass man zu lange wartet, bis man seine Hausärztin oder den Hausarzt darauf anspricht, wenn es einem psychisch nicht gut geht. Darum werden psychische Krankheiten oft zu spät oder gar nicht von Fachleuten behandelt. Das ist umso schwerwiegender, als dass eine frühe Behandlung die Heilungschancen steigert.
 

Psychische Belastung am Arbeitsplatz

Die morderne Arbeitswelt ist komplex, verlangt schnelle Entscheide, rasche Resultate und hohe Flexibilität. Ständiger Leistungsdruck, Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Überforderung sowie zwischenmenschliche Konflikte können zu psychischen Belastungen führen. Oft geht in dieser Diskussion aber vergessen, dass Arbeit vor allem auch ein sehr wichtiger psychischer Schutzfaktor ist. Arbeit gibt uns eine Identität, eine Tagesstruktur, soziale Kontakte und ein Einkommen. Das alles ist wichtig für die psychische Gesundheit. Die IV-Berentung aufgrund psychischer Erkrankungen liegt heute bei 43%. Dies ist eine beunruhigende Zahl und verdeutlicht, wie wichtig die Enttabuisierung auch im Bereich der Arbeitswelt ist.
 

Darüber reden hilft

Nur wenn offen über psychische Erkrankungen gesprochen wird, kann ein guter Umgang damit gefunden werden. Etwa am Arbeitsplatz, wo man die geeignete Form von Entlastung finden muss, oder im privaten Umfeld, wo man herausfinden möchte, wie man die Betroffenen unterstützen kann. Für die Betroffenen bedeutet es eine grosse Erleichterung, wenn sie ihre Krankheit nicht verschweigen müssen.
 

Ziele der Kampagne

Die Kampagne „Wie geht’s Dir?“ möchte dafür sensibilisieren, dass es wichtig und richtig ist, auch über psychische Erkrankungen offen zu sprechen. Sie möchte dazu beitragen, dass Betroffene weniger ausgegrenzt werden und sie will Wissen über psychische Erkrankungen verbreiten um so negative Vorurteile abzubauen. Sie möchte mit konkreten Gesprächstipps dazu beitragen, dass das Sprechen über psychische Erkrankungen leichter fällt. Auch das Thema psychische Gesundheit ist den Trägern der Kampagne wichtig: Denn wie der Körper kann auch die Psyche gepflegt werden um so psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Auf der Webseite www.wie-gehts-dir.ch werden all diese Ziele thematisiert.